Wann genau ich zum ersten Mal von diesen neuartigen Schrittzählen gehört habe, kann ich heute gar nicht mehr sagen. Ein paar Jahre ist es wohl schon her, irgendwie kam es wohl damit auf, dass Smartphones plötzlich Bewegungssensoren erhielten und damit auch die Bewegungen ihrer Besitzer erfassen konnten. Irgendwann konnte auch mein Telefon so etwas und ich nutze es eine Weile, aber schnell offenbarte sich die große Schwäche dieser technologischen Neuerung: Man hat sein Smartphone einfach nicht bei jeder Bewegung immer am Körper und viele Schritte gehen deshalb einfach „verloren“. Besonders unpraktisch oder vollkommen unbrauchbar sind unsere mobilen Kommunikationsgeräte bei körperlichen Ertüchtigungen wie Schwimmen, Duschen oder Schlafen, auch wenn es inzwischen ja auch „wasserdichte“ Modelle gibt. Tatsächlich gab es sogar mal eine Apps, bei der man sein Smartphone zur Schlafanalyse unter das Kopfkissen legen sollte, oder mithilfe der Kameraleuchte seinen Puls messen konnte. Beide habe ich interessehalber mal getestet und sie funktionierten auch mehr oder weniger, echte Alltagstauglichkeit sieht für allerdings anders aus.

Und dann kamen irgendwann im letzten Jahr diese kleinen, elektronischen Gummiarmbänder in Mode und ich hätte sicherlich schon viel früher zugegriffen, wenn mich die doch recht hohen Preise nicht abgeschreckt hätten. Also bezahlte ich wie so oft mein Lehrgeld damit, dass ich einem chinesischen Lockangebot nachgab und einen No-Name-Schrittzähler für unter 20 Euro direkt in Hong-Kong bestellte. Das Gerät wurde tatsächlich nach zirka vier Wochen versandkostenfrei geliefert und die technische Ausstattung war gar nicht so übel: Bluetooth-Anbindung, OLED-Display, Schrittzähler, Schlafmonitor und Kalorienrechner. Nur das Silikonarmband war viel zu weich, sodass der Verschlussmechanismus nicht wirklich hielt und man ständig Angst haben musste, das gute Stück nicht zu verlieren. Aber die ganz große Schwachstelle war die Software: Man musste sich im App-Store tatsächlich zwischen unterschiedlichen Anwendungen die Richtige raussuchen, da das Gerät von unterschiedlichen Anbietern vertrieben wurde. Und diese App sah dann auch so aus, als ob sie von einem chinesischen Studenten an nur einem Tag entwickelt worden war. Grauenhafte Menüführung, fehlerhalte Übersetzung, hässliche Diagramme und insgesamt nur auf das Nötigste reduziert, also auf die reine Anzeige der gesammelten Daten.

Diese ganzen Aspekte führten dazu, dass das Armband nach nur wenigen Wochen für immer in der Nachtischschublade verschwand. Aber das Konzept gefiel mir grundsätzlich gut, ich musste mich allerdings noch ein paar Monate gedulden, bis mir endlich ein besseres Gerät in die Hände viel. Aber davon mehr in meinem nächsten Beitrag..

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